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Ale vs. Lager: Bierstile, Herstellung und Aromenprofile

Urspruenglich am 26/04/2021 auf Licorea.es veroeffentlicht.

Ale oder Lager? Erfahren Sie, wie Gärtemperatur, Hefe, Brauweise und Aromenprofile den einzigartigen Charakter dieser beiden beliebten Bierstile prägen.

Unterschiede zwischen Ale und Lager: ein Streifzug durch Stile, Herstellung und Geschmacksprofile, die ihren unverwechselbaren Charakter prägen

Wir schauen uns an, worin sich Ale und Lager unterscheiden, welche stilistischen Merkmale wichtig sind und welche Produktionsmethoden jeweils eine Rolle spielen.

Die Geschmacksprofile von Lager und Ale können stark variieren. In der Regel wirken Ales jedoch etwas fruchtiger und bitterer; sie zeigen oft ältere, tiefere und vollere Aromen. Man könnte ein Ale beinahe mit einem Jackson Pollock vergleichen, jenem Maler, der Schicht um Schicht Farbe auf seine Leinwände brachte.

Bei einem Lager hingegen erwartet man etwas Sauberes, Knackiges, vielleicht sogar leichter Trinkbares – auch wenn es zwischen beiden Kategorien selbstverständlich viele Gemeinsamkeiten und ebenso viele Ausnahmen gibt.

Einer der größten Unterschiede liegt darin, dass Lagerbiere typischerweise bei niedrigeren Temperaturen vergoren werden, also kalt fermentieren. Bei diesen kühleren Bedingungen entstehen weniger ausgeprägte Aromaprofile, was zu einem klaren, frischen Stil führt.

Ales dagegen werden bei höheren Temperaturen vergoren. Dadurch steigt die Stoffwechselaktivität der Hefe, und es kann eine größere Vielfalt an Geschmacksprofilen entstehen – genau jene Vielfalt, die wir an vielen Ale-Stilen schätzen gelernt haben.

In der Brauwelt kommen viele verschiedene Hefestämme zum Einsatz, doch grundsätzlich lassen sie sich meist in zwei Hauptzweige einteilen: einen für Ales und einen für Lagerbiere.

Worin besteht also der Unterschied zwischen einem Bier, das vollkommen klar ist, und einem Bier, das deutlich trüb oder sogar völlig opak sein kann?

Ein wichtiger Grund ist die Fähigkeit der Hefe zur Flockung, also sich zu verbinden und abzusinken. Aber gehen wir Schritt für Schritt vor...

Was ist ein Ale?

Als Ale bezeichnet man alle obergärigen Biere. Genau darin unterscheiden sie sich von Lagerbieren, die untergärig sind. Das bedeutet: Bei Ales findet die Gärung an der Oberfläche der Flüssigkeit statt, während sie bei Lagerbieren näher am Boden abläuft.

Ales vergären schnell bei Temperaturen zwischen 15 und 25 °C und werden in der Regel bei 12 °C oder darüber serviert.

Über Jahrhunderte hinweg waren Ales die beliebteste Bierart, bis sie in jüngerer Zeit von Lagerbieren verdrängt wurden.

Im Allgemeinen haben Ales einen höheren Alkoholgehalt und ein komplexeres Geschmacksbild.

Ale-Bier
Ale umfasst alle obergärigen Biere und unterscheidet sich damit von Lagerbieren, die untergärig sind.

Ale-Bierstile

Es gibt eine große Vielfalt an Stilen, die häufig nach ihrer Herkunft eingeordnet werden.

Zu den angloamerikanischen Ales zählen unter anderem Amber Ale, Red Ale, Stout, Porter, Pale Ale, Barley Wine, Bitter, Brown Ale, India Pale Ale (IPA), Old Ale und Extra Strong Bitter (ESB).

  • In den Vereinigten Staaten vereint die „Brewers Association“ mehr als 1.500 Bierproduzenten und zählt zugleich über 34.000 Mitglieder. Sie hat eine Klassifizierung der weltweit existierenden Bierstile vorgenommen und dabei insgesamt 82 Ale-Stile erfasst.
  • In Schottland entwickelte sich im 19. Jahrhundert ein eigener Ale-Stil, das Scotch Ale. Es zeichnet sich durch mehr Körper und Süße sowie durch weniger Hopfengeschmack und Hopfenaroma aus als andere britische Ales. Auch in Nordamerika ist dieser Stil populär geworden.
  • In Belgien entstanden zahlreiche Stile, darunter besonders Belgian Ale, Belgian Strong Ale, Witbier, Oud Bruin, Bière de Garde, Saison sowie einige berühmte Stile, die ursprünglich in Abteien gebraut wurden, etwa Dubbel, Tripel und Quadrupel. Zu Letzteren gehört auch das Trappistenbier.
  • In Deutschland dominieren zwar die Lagerbiere, dennoch gibt es mehrere Ale-Stile wie Altbier, Hefeweizen, Berliner Weissbier und Kölsch.

Was ist ein Lagerbier?

Lager ist eine Biersorte mit ausgeprägtem Geschmack, die kalt serviert wird. Sie zeichnet sich durch eine langsamere Gärung unter besonderen Bedingungen aus, bei der spezielle Hefen zum Einsatz kommen, sogenannte untergärige Hefen. In den letzten Phasen des Prozesses wird das Bier in Kellern gelagert (oder lagered — daher der Name —), und zwar über einen bestimmten Zeitraum bei niedriger Temperatur, um Schwebstoffe zu klären und die Aromen zu stabilisieren.

Zu den bekanntesten Beispielen für Biere des Typs Lager zählen Pale Lagers oder Pilsner, die ebenfalls als Lagers bekannt sind.

Lagerbier
Lager ist eine Biersorte mit ausgeprägtem Geschmack, die kalt serviert wird. ​

Wegen der Farbe der am weitesten verbreiteten Lager-Typen wird es auch als helles Bier bezeichnet, auch wenn es Lager-Varianten gibt, deren Farbspektrum von bernsteinfarben bis schwarz reicht.

In den Vereinigten Staaten hat die „Brewers Association“, die mehr als 1.500 Bierproduzenten vereint und zugleich über 34.000 Mitglieder zählt, eine Klassifizierung der verschiedenen Bierstile der Welt erstellt und dabei insgesamt 67 Lagerbier-Stile erfasst.

Die weltweit am häufigsten produzierten Lagerbiere sind Pale Lager. Der Geschmack dieser leichteren Biere ist meist mild, und die Hersteller empfehlen häufig, sie gekühlt zu servieren.
Das Pale Lager ist ein sehr helles bis goldfarbenes Bier mit gut vergorenem Körper und einer bitteren Note von Edelhopfen. Das Brauverfahren für dieses Bier entstand Mitte des 19. Jahrhunderts, als Gabriel Sedlmayr die Brautechniken des Pale Ale in die Spaten-Brauerei in Deutschland brachte und sie auf die bestehenden Braumethoden anwandte.

Dieser Ansatz wurde von anderen Brauern aufgegriffen, insbesondere von Josef Groll, der in Böhmen (heute Teil der Tschechischen Republik) das erste Pilsner der Geschichte braute: Pilsner Urquell.

Die daraus hervorgegangenen hellen, schlanken und haltbaren Biere waren sehr erfolgreich und verbreiteten sich nach und nach weltweit, bis sie zur heute meistgetrunkenen Bierform der Welt wurden.​

Unterschiede im Gärprozess

  1. Ale-Bier: Es wird mit obergäriger Hefe hergestellt (tatsächlich gärt sie im gesamten Sud), die eine schnelle Gärung bei wärmeren Temperaturen ermöglicht. Ale-Bier gärt bei Temperaturen von 15 bis 25 Grad C. Ales reifen über kürzere Zeiträume und bei höheren Temperaturen.
  2. Lagerbiere: Sie werden mit untergäriger Hefe hergestellt, die langsamer und bei kühleren Temperaturen gärt. Lagerbier wird mit Bodenhefe gebraut, die so genannt wird, weil sie am Boden des Gärbottichs arbeitet. Traditionell vergärt Bodenhefe bei kalten Temperaturen von unter 10 Grad C. Heute findet die Gärung zwischen 12 und 18 Grad C statt. Diese kalte oder tiefe Gärung ermöglicht es Malz und Hopfen, ihre feinen Aromen stärker zur Geltung zu bringen.

Unterschiede im Geschmack

  • Ale-Bier wird allgemein als „kräftig, vollmundig und fruchtig“ beschrieben.
  • Lagerbiere hingegen gelten als „weich, elegant, frisch und klar“.
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