Unter den Whisky-Regionen ist Islay mit Sicherheit die großartigste. Noch heute gibt es dort sieben aktive Destillerien. Und der erste unter den Islay-Malts ist Lagavulin™, der definitive Malt von der Insel.
Bereits 1742 wurde in Lagavulin in schätzungsweise zehn illegalen Brennblasen Whisky hergestellt. 1816 dann gründete John Johnston hier die erste legale Brennerei, in Sichtweite von Dunyvaig Castle, dem mittelalterlichen Bollwerk der Lords of the Isles, die damals über die Westküste und über die Inseln Schottlands herrschten.
Ein Jahr später gründete Archibald Campbell an dieser Stelle eine zweite Destillerie, die ihren Whisky später wohl unter dem Namen Ardmore verkaufte. Nach Johnstons Tod kaufte der Whiskyhändler Alexander Graham aus Glasgow, dem Johnston Geld schuldete, Lagavulin™ für die fürstliche Summe von 1103 Pfund, 9 Schilling und 8 Pence und legte sie mit der benachbarten Anlage zusammen.
Graham ließ die Gebäude renovieren und seine Nachfolger, James Logan Mackie & Co. führten den Betrieb erfolgreich weiter und produzierten einen immer besseren Lagavulin™.
Der Eigentümer Peter Mackie wurde als Erfinder des Blends “White Horse” eine Berühmtheit der Whisky-Welt. Mackies Antrieb war die viktorianische Arbeitsethik und seine Arbeiter gaben ihm bald den Spitznamen „rastloser Peter“. Ständig plante er neue Projekte, darunter die Eröffnung der berühmten „traditionellen“ Destillerie Malt Mill neben Lagavulin™, die von 1908 bis 1960 in Betrieb war.
Mackie war es auch sehr wichtig, dass der Lagavulin™ immer mit akribischer Detailverliebtheit produziert wurde. Die Gerste für Lagavulin wird in der nicht weit entfernten Anlage von Port Ellen unter starkem Raucheinsatz gemälzt. Lagavulin™ enthält etwa zwanzigmal soviel Torfrauch wie beispielsweise der Cragganmore™, ein typischer Speyside Malt. Auch die Gärung der Gerste ist ein langsamer Prozess. Es dauert zwischen 55 und 75 Stunden, bis sich der Torfgeschmack des Malzes voll durchgesetzt hat.
In den vier Stills bei Lagavulin, von denen zwei die von Malt Mill übernommene Birnenform aufweisen, wird diese torfige Stammwürze dann mit all der Geduld und Sorgfalt behandelt, die sie verdient. Wie es die Tradition will, durchläuft der Lagavulin den langsamsten Brennprozess aller Islay Malts: Der erste Durchlauf dauert über fünf Stunden, der zweite sogar über neun. Es heißt oft, dass diese lange Brennphase dem Lagavulin™ seinen typischen runden und weichen Charakter verleiht, den seine Fans zu Recht so sehr lieben.
Der Lagavulin ist ein mächtiger und doch wunderbar ausbalancierter Genuss. Erst kürzlich wurde geschrieben, er habe eine „überwältigende Kraft und einen wunderbar komplexen Geschmack“. Für viele Malt Fans, stellt dieser große, dunkle, intensive Charakter schlicht den Inbegriff von Malt Whisky dar.