Stolichnaya (russisch: столичная, Bedeutung „Hauptstadt (Wodka)“, die Betonung liegt auf „lich“, ausgesprochen wie „litsch“) ist ein russischer Wodka, der in der Stadt Tambow in der Schwarzerde-Region Russlands aus Weizen und Roggen hergestellt wird. Diese Region gilt seit langem als Kornkammer Russlands und verfügt über eine reiche Tradition im Getreideanbau und in der Wodkaproduktion. Diese Mischung aus Getreide verleiht Stolichnaya seinen charakteristischen würzigen Abgang – ein typisches Merkmal russischer Wodkas.
Die Herstellung beginnt mit Weizen und Roggen, denen artesisches Brunnenwasser zugesetzt wird, um die Gärung einzuleiten. Diese dauert etwa 60 Stunden. Anschließend wird die Flüssigkeit viermal destilliert, bis sie eine Stärke von 96,4 % vol erreicht. Der Alkohol wird dann mit weiterem artesischem Brunnenwasser auf Trinkstärke reduziert, wodurch der Wodka seine charakteristische Weichheit erhält. Danach wird er durch Quarzsand, Aktivkohle und schließlich durch Gewebe gefiltert. Liebevoll wird er Stoli genannt (vor allem außerhalb der russischsprachigen Länder).
Das Markenlogo zeigt die Worte „Stolichnaya vodka“ in goldener Schreibschrift über einer Illustration des ehemaligen Moskauer Wahrzeichens Hotel Moskwa. Stalin logierte einst dort, und an diesem Ort befand sich auch eine der ersten Metrostationen der Hauptstadt.
Die Ursprünge von Stolichnaya reichen zurück bis zum Moskauer Staatsweindepot Nr. 1, das 1901 von den Behörden gegründet wurde, um eine bessere Wodkaqualität sicherzustellen. Seit 2001 ist die Marke jedoch Gegenstand eines Rechtsstreits zwischen der SPI-Gruppe und der russischen Regierung.
Im Jahr 1972 schloss PepsiCo ein Tauschgeschäft mit der sowjetischen Regierung ab: PepsiCo erhielt die Export- und Vermarktungsrechte für Stolichnaya im Westen, während Pepsi-Cola im Gegenzug in der U.d.S.S.R. eingeführt und vertrieben wurde. Damit wurde Pepsi-Cola zum ersten ausländischen Produkt, das offiziell für den Verkauf in der Sowjetunion zugelassen war.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Stolichnaya weiterhin in mehreren ehemaligen Sowjetrepubliken, darunter Kasachstan und die Ukraine, für den Export produziert, wobei die Flaschen ihre sowjetischen Etiketten beibehielten.
Im August 1991 entzog das sowjetische Patentamt der staatlichen Agentur das Recht, den Namen Stolichnaya in Russland zu verwenden. Dies führte zu zahlreichen Gerichtsverfahren, insbesondere in den USA. Am 20. November 1992 entschied ein Bundesrichter, dass PepsiCo das ausschließliche Recht auf den Namen in den Vereinigten Staaten behält, da die Nutzung durch andere Unternehmen ein „Risiko eines irreparablen Schadens“ für die Marke darstellen würde.
Im Jahr 2002 entschied ein Moskauer Gericht, dass Russland die Rechte an der Marke Stolichnaya von Soyuzplodimport (SPI) zurückerhält