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Ron Matusalem Sublime Kiku: Rum mit Sake-Finish

Ron Matusalem präsentiert in Tokio den edlen Sublime Kiku: Ein Premium-Rum mit exklusivem Finish in japanischen Junmai-Sake-Fässern, kreiert für Sammler.

Ron Matusalem bewegt sich mit Sublime Kiku erneut im Bereich besonders eigenständiger Editionen: eine neue Ausdrucksform innerhalb seiner Kollektion hochwertiger Rums. Die Abfüllung fällt durch ein in dieser Kategorie eher ungewöhnliches Detail auf: eine abschließende Reifephase in Fässern, die zuvor japanischen Junmai-Sake enthielten. So entsteht ein spannender Dialog zwischen karibischem Rum, europäischer Fassreifungstradition und japanischer Sensibilität.

Präsentation von Matusalem Kiku in Tokio
Cynthia Vargas, Lara Pac und Yoze Torres stellten den neuen Rum bei einer Veranstaltung in Tokio vor.

Die Referenz gehört zur Linie Sublime, die die Marke als Raum für die Erkundung exklusiverer Finishes, Präsentationen und Geschmacksprofile versteht. In diesem Fall verweist der Name Kiku auf die Chrysantheme, eine Blume mit starker symbolischer Bedeutung in Japan, die traditionell mit Langlebigkeit, Raffinesse und Adel verbunden wird. Über die ästhetische Anspielung hinaus bringt die Wahl von Sake auch einen interessanten technischen Aspekt ins Spiel: den Einfluss eines Reisferments auf ein Destillat aus Zuckerrohr.

Ein dominikanischer Rum mit internationalem Anspruch

Ron Matusalem zählt zu den traditionsreichen Häusern des spanisch geprägten Rumstils, eines Profils, das häufig von einer weichen Textur, Noten von Trockenfrüchten, Vanille, poliertem Holz und einer sorgfältig eingebundenen Süße geprägt ist. Die Marke pflegt eine enge Verbindung zur Dominikanischen Republik und hat einen wichtigen Teil ihrer Identität rund um das Solera-System aufgebaut, eine fraktionierte Reifungsmethode, die von der Welt des Sherryweins inspiriert ist.

Grundsätzlich ermöglicht ein solches System, Rums unterschiedlicher Altersstufen und Profile miteinander zu vermählen, um Kontinuität, Balance und Komplexität zu erreichen. Es geht nicht nur darum, über einen bestimmten Zeitraum zu reifen, sondern um die Schaffung einer Komposition, in der jüngere und reifere Fässer während des gesamten Prozesses miteinander interagieren. Bei einer Edition wie Sublime Kiku wird diese Basis mit einer eher unkonventionellen Fassabfolge kombiniert.

Die Fassreise: Bourbon, Sherry, Bordeaux und Sake

Den Angaben zu dieser Edition zufolge beginnt der Rum mit einer ersten Reifung in amerikanischen Ex-Bourbon-Eichenfässern innerhalb des Solera-Systems sowie in spanischen Butts, die zuvor Sherrywein enthielten. Diese Kombination ist bei vielen Premium-Rums besonders wiedererkennbar: Ex-Bourbon bringt in der Regel Vanille, Kokos, süße Gewürze und getoastetes Holz ein, während der Sherry-Einfluss Nuancen von Rosinen, Trockenfrüchten, Kakao und ein dichteres Mundgefühl beisteuern kann.

Nach dieser ersten Phase gelangt der Rum in Bordeaux-Weinfässer, genauer gesagt in Tonneaux aus einem Umfeld, das mit den großen Weinen der französischen Region verbunden ist. Ein solches Finish kann Schichten von reifer roter Frucht, feinem Tannin, balsamischen Noten und einer anderen Struktur hinzufügen, als man sie von Rums kennt, die ausschließlich in amerikanischer Eiche gereift sind.

Die auffälligste Phase kommt zum Schluss: der Kontakt mit ehemaligen Junmai-Sake-Fässern japanischer Herkunft. Junmai ist ein Sake, der ohne Zusatz von destilliertem Alkohol aus Reis, Wasser, Koji und Hefe hergestellt wird. Sein Profil kann je nach Poliergrad des Reises, Fermentation und Stil der Brauerei stark variieren, wird aber häufig mit gastronomischem Ausdruck, Umami und einer breiten Textur assoziiert. Dieses aromatische Echo auf einen Rum zu übertragen, eröffnet ein seltenes Feld, das eher an konzeptionelle High-End-Cocktailkultur und experimentelle Finishes erinnert als an klassischen Rum für den breiten Konsum.

Was ein Sake-Fass einem Rum geben kann

Der Einsatz von Sake-Fässern bei Spirituosen ist nach wie vor selten, wenn man ihn mit Finishes in Bourbon-, Sherry-, Portwein-, Rotwein- oder Sauternes-Fässern vergleicht. Bei einer Spirituose wie Rum, bei der Melasse oder Zuckerrohrsaft eine von Natur aus warme und süße Basis liefern, kann der Kontakt mit einem Fass, das zuvor Sake enthielt, eher über Feinheit als über Intensität wirken.

Ohne sich auf eine feste Verkostungsnotiz festzulegen, darf man erwarten, dass das Finish das aromatische Spektrum in eine feinere Richtung erweitert: gekochtes Getreide, Reis, weiße Blüten, Steinobst, sanfte milchige Noten oder ein salziger Hintergrund. Ebenso kann es eine trockenere, gastronomischere Dimension einbringen, die spannend ist, um die Rundheit eines gereiften Rums auszubalancieren.

Diese Art von Experimentierfreude passt zu einem klar erkennbaren Trend im Premiumsegment: Rums, die sich nicht allein über Alter oder Seltenheit definieren, sondern versuchen, über das Fass eine Geschichte zu erzählen. In den vergangenen Jahren hat das Fachpublikum ein wachsendes Interesse an Finishes aus sehr unterschiedlichen Welten gezeigt, von Likörweinen über Bierfässer, Cognac und Madeira bis hin zu japanischen Spirituosen.

Luxuriöse Präsentation und Sammleranspruch

Sublime Kiku wird in Kristalldekantern von Vista Alegre präsentiert, dem portugiesischen Haus, das für seine Arbeit mit Porzellan und Kristall bekannt ist. Jedes Stück ist nummeriert und wird mit Echtheitszertifikat geliefert; hinzu kommt eine künstlerische Intervention mit Bezug zur japanischen Künstlerin Mari Ito. Die Inszenierung macht deutlich, dass sich diese Abfüllung sowohl an Rumliebhaber als auch an Sammler äußerst streng limitierter Spirituosen richtet.

Matusalem Sublime Kiku

Die Marke hat eine weltweit limitierte Produktion von 600 Einheiten kommuniziert, womit sich diese Flasche in einem Bereich sehr begrenzter Verfügbarkeit bewegt. In diesem Segment zählt die äußere Form fast ebenso viel wie der Inhalt: Dekanter, Nummerierung, kulturelle Erzählung und Präsentation sind Teil des Erlebnisses. Für manche Konsumenten steigern diese Elemente den symbolischen Wert der Flasche; für andere wird das Hauptinteresse weiterhin darin liegen zu prüfen, ob sich das Sake-Finish tatsächlich in einem realen organoleptischen Unterschied niederschlägt.

Japan und Rum: eine immer sichtbarere Brücke

Auch wenn Japan international vor allem für Whisky, Sake und Shochu bekannt ist, hat seine Kultur der Präzision, des Service und des Respekts vor dem Rohstoff die Cocktailkunst und die weltweite Wertschätzung von Spirituosen spürbar geprägt. Dass eine karibische Rummarke in Richtung Sake blickt, ist kein isolierter Schritt: Er entspricht einem Umfeld, in dem die Grenzen zwischen Kategorien durchlässiger sind als je zuvor.

Für Rum helfen solche Lancierungen dabei, das Bild einer vielfältigen und anspruchsvollen Kategorie zu stärken. Über Jahrzehnte verbanden viele Konsumenten Rum fast ausschließlich mit Mixgetränken, tropischen Cocktails oder sehr süßen Profilen. Der Aufstieg lang gereifter Rums, herkunftsbezogener Abfüllungen, Sammlereditionen und besonderer Finishes erweitert jedoch die Wahrnehmung in Märkten, in denen Rum direkt mit Whisky, Cognac oder Armagnac konkurriert.

Servieren und Pairing: Wie man sich einem Rum dieses Profils nähert

Eine Edition wie Ron Matusalem Sublime Kiku verlangt nach einer ruhigen Verkostung, idealerweise im Tulpen- oder Nosingglas, mit genügend Zeit, um seine Entwicklung zu beobachten. Bei komplexen Rums sollte man allzu kalte Temperaturen vermeiden, da sie die Aromen verschließen können. Eine kurze Ruhezeit im Glas hilft, die Schichten von Holz, Frucht, Gewürzen und möglichen, vom Sake geprägten Nuancen hervortreten zu lassen.

Beim Pairing würde sein Profil gut zu Begleitern passen, die den Gaumen nicht überladen. Sinnvolle Optionen wären zum Beispiel:

  • Dunkle Schokolade mit mittlerem bis hohem Kakaoanteil, besonders wenn der Rum Noten von Kakao oder Nüssen zeigt.
  • Gereifte Käse von moderater Intensität, um den Kontrast zwischen Fett, Salzigkeit und Süße zu suchen.
  • Desserts mit Steinobst, Vanille oder Nüssen, ohne übermäßige Süße.
  • Japanisch inspirierte Gerichte mit ausgeprägtem Umami, sofern scharfe oder sehr salzige Aromen nicht dominieren.

Mehr als ein Rum für Cocktails scheint Sublime Kiku auf Kontemplation und Sammelleidenschaft ausgerichtet zu sein. Sein Reiz liegt darin, wie er unterschiedliche flüssige Welten miteinander verbindet: dominikanischen Rum, die Reifung in Eiche westlicher Tradition, Bordeauxwein und japanischen Sake. Ein ungewöhnlicher Ansatz, der zeigt, wie sehr Premium-Rum weiterhin nach neuen Ausdrucksformen für Komplexität sucht.